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Ab durch die Mitte zu den Trollen

Wir haben uns nun weg von den Küsten Norwegens in die Landesmitte begeben. Die nächste Fähre sollte uns durch den berühmten Geirangerfjord bringen, der auf Grund seiner Planzen- und Artenvielfalt zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Da es einer der schönsten Fjorde Norwegens ist, hat sich die Fähre nicht nur dem Transport, sondern auch einer gefälligen Touristeninformation während der ca. einstündigen Überfahrt verschrieben, die u.a. auch in  deutsch war.

So haben wir neben den Sagen zu den teilweise über 300 m hohen Wasserfällen auch die Geschichte zum Höllenspalt erfahren. Hier soll sich der Teufel selbst zurückgezogen haben, da die Spalte im Fels tief und dunkel genug als Zuflucht für ihn war. Auch gab es an den steilen Abhängen des Fjords bis in die 1960er Jahre noch bewirtschaftete Bauernhöfe, die man immer noch sehen kann. Der Boden in dieser Lage war so ertragreich, dass sich die beschwerliche Bewirtschaftung lohnte. Teilweise waren die Höfe nur mit Leitern zugänglich, was aber auch den Vorteil hatte, dass man z.B. dem Steuereintreiber einfach durch das Einziehen der Leiter den Zugang verwehren konnte. Kleine Kinder mussten beim Spielen an Seilen angeleint werden, damit sie nicht herunterfielen. 

Vom Ziel-Fährhafen in Geiranger ging es über 600 Höhenmeter die Adlerstraße hinauf, die uns noch letzte aufsehenerregende Blicke auf den Fjord gewährte.

Am nächsten Tag sind wir die Trollstigen (Trollleiter) gefahren, die mit elf Haarnadelkurven motorradtechnisch eher ein Stilfser-Joch für Anfänger darstellt, dafür aber dieses mit einer genialen Aussicht und den Wasserfällen klar überbietet. Ein paar Kilometer weiter befindet sich die imposante Trollveggen (Trollwand), die mit ihrem alleine 1000 m hohen senkrechtem Abfall und einer Gesamthöhe von 1700 m die höchste Steilwand Europas ist.

Danach führte uns eine, von gesundem Mischwald gesäumte, Straße in eine wundersame Hochebene mit einem neuen Landschaftsbild. In die bereits bekannte grüne Farbpalette schmeicheln sich hier neben Moos, Schilfen, Gräsern und vereinzelten Sträuchern noch strohgelbe Flechten ins Auge und die höchsten Gewächse werden durch niedrige, fast strauchartige Birken repräsentiert.

Zum Abschluss des Tages haben wir noch eine schöne Hütte in einem sehr empfehlenswerten Campingplatz vor Oppdal gefunden.

Der nächste Tag hat uns, nach einem Aufbruch bei eitlem Sonnenschein, mit der anschließenden bekannten Wolkendecke und aufkommenden stärkerem und unwirtlichem Wind bei 15 Grad schon ein bisschen auf unser eigentliches Ziel, das Nordkapp, eingestimmt. Wir machen Zwischenstopp und bereiten unsere nächste Etappe, die Überquerung des Polarkreises auf die Lofoten, vor.